Vamos a la Playa: Badeausflug an den Strand von Santa Clara

Vamos a la Playa: Badeausflug an den Strand von Santa Clara

Sonntagsgottesdienst in der Kathedrale

Von den abenteuerlichen Frühstückserfahrungen habe ich in den vergangenen Tagen bereits berichtet. Heute ein weiteres Highlight: Gebratener Fisch mit frittierten gekochten Bananen. Vielleicht sollte ich diesen Blog zu einem „Food Blog“ umzuschreiben? Anyway, nach dieser Proteinbombe fahren wir zu unserer Gastkathedrale San Juan Bautista, in welcher wir gemeinsam mit allen Gastfamilien den Sonntagsgottesdienst feiern. Die Predigt hält Kardinal Wilfrid Fox Napier aus Südafrika, auf Englisch. Trotz meiner Morgenmüdigkeit lausche ich aufmerksam seinen fesselnden Worten. Das Tagesevangelium, die Hochzeit von Kanaa, legt Kardinal Napier auf die sozialen Missstände insbesondere in den Familien und im Hinblick auf die Heiligkeit des Ehesakramentes aus. Eine Hochzeit ist der Anfang von etwas Neuem, der Beginn einer neuen Generation. Doch leider sieht man in der heutigen Zeit so viele zerbrochene und zerrüttete Ehen und Familien, gleichzeitig bringen auch Viele erst gar keine intakte Ehe zustande. So wie auch die Hochzeitsgäste in Kanaa nach einer Lösung suchen und sich an Maria wenden, so dürfen auch wir heute auf ihre Hilfe hoffen und auf das hören, was Jesus zu uns spricht: „Was Er euch sagt, das tut“. Das gilt es, für uns selber zu erkennen und umzusetzen. Zum Abschluss erzählt uns der Kardinal noch eine aufmunternde Anekdote: Er sei mit einer Pilgergruppe aus Südafrika beim Weltjugendtag in Rio de Janeiro gewesen, und einer seiner Pilger habe dort seine zukünftige Frau kennen gelernt und zwei Jahre später haben sie geheiratet. Mit einem zwinkernden Auge deutet Kardinal Napier darauf hin, dass vielleicht auch der Eine oder Andere von uns ein ähnliches Erlebnis auf diesem Weltjugendtag machen könnte. Da bin ich ja sehr gespannt, was mich noch erwartet :).

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Relaxen am Beach & Bootstour

Nach dem Gottesdienst fahre ich mit meiner Gastfamilie und einigen anderen Menschen, die ich noch nicht ganz zuordnen kann, zum etwa 20 Kilometer entfernten Strand Santa Clara an der Pazifischen Küste. Später erfahre ich, dass das die Töchter und Enkelinnen meiner Gastmamma sind. Parken müssen wir etwa 2 Kilometer weit weg von der Küste, aber dank eines Shuttle-Services in einem sehr abenteuerlichen Kleinbus (auf Deutschen Straßen wäre dieser keine 500 Meter weit gekommen, schon wäre er von der Polizei aus dem Verkehr gezogen worden) kommen wir gut durch die Mittagshitze und sind in nur wenigen Minuten am Ziel. Hier finden wir einen relativ überfüllten, aber atemberaubenden schönen Strand vor. Nach einem hopfigen Erfrischungsgetränk stürzen wir uns in das kühle Nass. Die erwarteten Wellen fallen leider etwas kleiner aus, als erwartet. Aber das soll dem Badespaß nicht im Wege stehen. Kaum ein Badegast wagt sich mehr als 20 Meter ins Wasser rein, und auch die strenge und sehr präsente Strandaufsicht auf Jet-Skis pfeift immer wieder Schwimmer zurück, und scheucht uns von links nach rechts. Verwundert blicke ich um mich und stelle fest, dass sich aus einer Strömung eine Art Strudel mit einer enormen Kraft gebildet hat. Das Plantschen im Meer ist hier wohl doch nicht ganz ungefährlich, jetzt verstehe ich auch warum mein Gastpappa uns auf der Fahrt zum Strand immer wieder gefragt hat, ob wir schwimmen können. Immer wieder werde ich im Wasser von Einheimischen angesprochen, mit meinem sehr begrenzten Wortschatz komme ich jedoch nicht weit. Meine Gastschwester zieht mich Beiseite und erklärt mir, dass soetwas hier wohl durchaus öfters vorkommt. Dabei haben die meisten jedoch keinerlei böse Absichten, jedoch kann es durchaus vorkommen, dass man aus soeinem Gespräch nur sehr schwer wieder herauskommt. In Panama City sei das noch viel schlimmer. Naja, ich bin ja doch ein kommunikativer Zeitgenosse, da komme ich schon irgendwie durch.

Nach einer kurzen Entspannungspause in der Hängematte entscheide ich mich dazu, die Küste zu erkunden. Mittlerweile haben wir auch weitere Gastfamilien unserer Pilgergruppe am Strand getroffen, und so mache ich mich mit meiner Mitpilgerin Marina auf zu einem kleinen Erkundungspaziergang. Und natürlich darf ein Fotoshooting in dieser atemberaubenden Kulisse nicht fehlen. An dieser Stelle kann ich erneut sagen: Die Bilder können diesen Eindruck kaum einfangen. Zum Abschluss wartet noch eine besondere Überraschung auf uns: Mit einem kleinen Motorboot stechen wir in See und umrunden wir das kleine Inselchen „Isla Farallón“ (sofern ich Google Maps richtig interpretiere). Das Timing kann besser nicht sein: Im Westen kleidet sich der Himmel in einer Mischung aus Rot und Orange dank der untergehenden Sonne, auf der anderen Seite der Küste ist schon der Vollmond zu sehen. Untermalt wird dieses Naturschauspiel von einem Schwarm mövenartiger Vögel, welche die Insel umkreisen und den Abendhimmel in wilden Flugmanövern durchkreuzen. Beim lesen der letzten Zeilen bin ich selber von meinen poetischen Ausschweifungen überrascht, leider können auch diese Worte die Stimmung dieses Momentes nicht ausreichend beschreiben.

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Gemeinsames Abendessen und Besuch im Casino

Wir beenden diesen Tag mit einem gemeinsamen Abendessen, mittlerweile wieder in kleinerer Runde, zu Viert. Es ist Sonntag, ich bin im Urlaub, also bestelle ich mir ohne schlechtes Gewissen einen Teller Spareribs mit Pommes, dazu einen frisch gepressten Maracujasaft. Im Pilgeroutfit (und mit meinen neuen Cuatarras, welche ich von meiner Gastfamilie geschenkt bekommen habe, geht es noch auf einen kleinen Absacker ins gegenüberliegende Casino. Auch wenn mich die blinkenden Spielautomaten verführen, die eine oder andere Dollarnote hineinzuschieben, halte ich mich zurück. Mit meiner Gastschwester unterhalte ich mich über Reisen, das Leben und Arbeiten in Panama und über Musik. Marly lebt in Panama City und arbeitet für einen niederländischen Weltkonzern, dessen Namen ich hier aus werbezwecken nicht nenne. Und sie lädt mich ein, in der kommenden Woche einen gemeinsamen Ausflug an die karibische Küste zu machen. Vielleicht nehme ich diese Einladung sogar an, mal sehen, was uns alles in Panama City erwartet.

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